Hallo Ihr Lieben

Dieses Jahr scheint nicht gerade von großer Blog-Aktivität geprägt. Das liegt primär am Studium – ich habe das erste Semester jetzt abgeschlossen, also keine Veranstaltungen mehr und einiges an Zeit zum Ausspannen und… schreiben natürlich.
Andererseits habe ich immer geschrieben, auch wenn ich keine Zeit dafür hatte. Ich fühle mich wohl hier und habe einige gute Freunde gefunden – viel Zeit geht an der Uni drauf, in den letzten beiden Wochen tatsächlich auch fürs Lernen und vor allem für lustige Unternehmungen jeglicher Art, die man als Sozialisierung benennen kann.
Alles in Allem ist das Schreiben nicht mehr der Ausgleich, den ich primär benötige. Im Vergleich zu den letzten beiden Jahren ist meine Tätigkeit nun vor allem von geistiger Anforderung geprägt, sodass mein Ausgleich im Sport liegt. Und im Nähen! Oft seitdem hat meine Nähmaschine deutlich mehr Laufzeit als meine Playstation, ich bestelle Stoffe wie wild und (um mal etwas jugendlicher zu sein) geh’ da voll drauf ab.
Was heißt das für euch, bzw die paar, die momentan regelmäßig meinen Blog lesen? Ihr kriegt weniger Texte, vielleicht ein paar Bilder von Nähergebnissen… Das Lied Des Meeres wird vorerst eingestellt. Also offiziell, jetzt, auch wenn ich noch mindestens ein Kapitel in der Warte habe.
Für mich geht es jetzt und in der Zeit bis Vorlesungsbeginn darum, auszuspannen. Es wollen mehrere Hosen und Jacken genäht werden, Nhaans Kinder möchte ich weiterbearbeiten und nochmals an Verlage schicken. Und sonst? Lasse ich mich treiben.
Mit lieben Grüßen,
Kai

Dear Anna 3

Hey dear Anna,
yes, I’m blue.
Thinking about the saddest attempt in my life:
forgetting you.
Special you were not,
just a girl being nice,
and I needed not more
– all the nice ones were bore –
I am wiser by now,
I learned to love the darkness in me,
or to live with it, at least.
I take the time for my darkness
and my time for glee.
There was a future for us
I thought.
Hey Anna,
I got a clue about life
And I got blue about life
my wasteland of ideas is vast
But I learned to love my darkness
or to live with it, at last.

08-03-2017: Friseurbesuch

Heute ist ein besonderer Tag. Ich war beim Friseur. Das erste Mal seit etwa zehn Jahren, schätze ich.
Ihr werdet es vermutlich nicht wissen, aber ich trug mein ganzes Leben lang eine Kurzhaarfrisur. Bis vorletztes Jahr, als ich begann, sie wachsen zu lassen. Richtig krasse Locken gab das. Nun, auf jeden Fall sind sie bis heute gewachsen und heute kamen sie ab, zu einem Großteil.
Bevor ich in den Laden ging, war ich richtiggehend nervös und auch während der Wartezeit war ich hin- und hergerissen. Nahezu zwei Jahre Haarwachstum sind genug, um eine liebevolle Beziehung aufzubauen. Jetzt sehe ich asozial aus. Gefällt mir.
fullsizeoutput_1ae

Mai

»Ich nenne dich Mai.«
Sie lacht und fragt, weshalb.
Ich erkläre: »Weil du wie ein Monat Sommer bist.«
Sie dreht ihren Kopf und sieht mich über die Daunendecke hinweg an. Eine Augenbraue hochgezogen, stößt sie ein leises »Wow« aus.
Mein Daumennagel beginnt, nervös über die Kuppe meines Zeigefingers zu fahren.
»So etwas schönes hat noch niemand zu mir gesagt«, fährt Mai fort, nicht ohne eine leise Spur von Ironie. »Nur ein Monat?«
Ich stöhne in gespielter Resignanz auf.
Ist ein immer nicht bloß eine Illusion?

Spiegel

Wer sind wir 

zwischen Kippen und Bier?

was sind wir mehr

als ein Abbild der Kultur,

jagen die Zeiger einer Uhr, 

was ist real,

was ideal,

was wichtig?

Meinungen in Kneipen verlieren,

zwischen zwei Zigaretten reflektieren;

macht dieses Leben uns kaputt

oder heller?

Alles um uns wird schneller:

Heilungen, Scheidungen 

Dreijährige in der Economy English Class

Also, Heil Lungen!

Sterben möcht ich

wie eine Sonne:

Hell und warm,

reich an Liebe,

an Arroganz arm,

bitte.